Bad Tölz Triathlon – Höhenmeter Overdose

Bad Tölz Triathlon – Höhenmeter Overdose

Dass es kein leichtes Rennen werden würde, war mir schon am Montag in der Rennwoche beim Radstreckencheck klar. Ich bin die lahmste Ente, wenn es bergauf geht. Trotz zahlreicher Anstiege, die ich im Training immer wieder fahre, wird das einfach nicht besser.

Tja und die olympische Distanz des Bad Tölz Triathlons hat leider einige Anstiege, davon ein besonders langer mit einer 12% Steigung. Super!! Was habe ich mich darauf gefreut…

Aber von vorne: Der Startschuss für den 30. Tölzer Triathlon fiel am Sonntag, den 10.06.2018, um 08:40Uhr und zwar mit einem kurz vorher bekannt gegebenen Neoprenverbot. Irgendwie hat mich zu dem Zeitpunkt auch schon das Neoprenverbot aus dem Konzept gebracht. Das Schwimmen lief insgesamt trotzdem einigermaßen. Ich habe mir Beine von einem Schwimmer mit ähnlichem Tempo gesucht und mich an ihn gehängt, anders hätte ich den Weg sicher nicht gefunden. Die Sonne schien schräg auf den See und hat mir jegliche Orientierung genommen.

Die 1,5km kamen mir so unheimlich lang vor, und ich hatte hier schon das Gefühl, dass ich nicht mehr kann, dieses kam übrigens ungefähr ab der 500m Boje. Trotzdem konnte ich als 7.te Frau aus dem Wasser steigen und mich aufs Rad schwingen. Schon direkt zu Anfang habe ich meine Entscheidung ohne Hochprofilfelgen zu fahren bereut. Aufgrund der anspruchsvollen Radstrecke hatte ich einfach Angst vor einem Sturz und der damit einhergehenden Gefahr der Verletzung meiner Zipps. (Wie das klingt ?) Joa und dann ging es zuerst kurz bergauf mit meinem Rennen und ich konnte mich auf Platz 5 vorarbeiten.

Das Ganze hielt aber nicht lange, denn kraftlos gewinnt man nun mal kein Rennen. Besonders gefreut habe ich mich, als ich Marie als erste oder zweite Frau am Rad gesehen habe und als mich dann Deborah am Rad an einem Anstieg stehengelassen hat. Wenigstens läuft der Wettkampf bei den anderen, und ich bringe hier einfach nur meine Sonntagsradfahrt zu Ende, dachte ich nur.

Circa 450hm auf 40km später durfte ich dann das Rad wegstellen und in die Laufschuhe schlüpfen. Zu dem Zeitpunkt war ich schon ziemlich durch, da die Hitze und die Höhenmeter und meine Anstrengungen, doch noch was zu reißen, mich doch relativ mitgenommen haben. Also habe ich mich erstmal in die Wiese gesetzt und gemütlich meine Socken und Laufschuhe angezogen.

Und dann kommen wir auch schon zur Laufstrecke: Die ersten Gedanken zur Laufstrecke – besonders dem ersten Kilometer – waren vor allem: Was geht denn hier? Waren denen die Höhenmeter beim Radfahren noch nicht genug?

Als ich dann auch auf der ersten Runde noch Treppenstufen hochlaufen musste, war mein Aggressionslevel ganz oben. Ich entwickle dann immer so einen Selbsthass, warum ich bestimmte Dinge nicht kann, wie Höhenmeter fahren und / oder laufen. Und warum ich mir nie Ausschreibungen wirklich durchlese, bevor ich mich für einen Wettkampf anmelde.

Richtig aggressiv geladen, habe ich dann versucht den 10er noch ordentlich über die Bühne zu bringen, was mir auch einigermaßen gelungen ist….. für so einen schlechten Tag.

Nach 2h43min sollte die Quälerei bei fast 30 Grad dann auch endlich ein Ende haben: Was für ein Tag!

 

Solange ich nicht besser mit Anstiegen bin beim Radfahren, wird Tölz mich erstmal nicht wiedersehen.

Aber wie ich schon durch andere aufgemuntert wurde:
Wenn`s sportlich nicht läuft, wird man an so einem Tag beim Triathlon wenigstens braun.

 

Fazit zum Wettkampf:

-Harter aber ehrlicher Wettkampf

-Viele Höhenmeter, sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen

-Verpflegung ist prima

-2 Wechselzonen an zwei weit auseinander liegenden Orten
machen das Ganze ein wenig chaotisch, meiner Meinung nach

-Überschaubare Teilnehmerzahl

-Landschaftlich sehr schöne Radstrecke

-Keine Finishermedaille (finde ich persönlich schade)

-Geringe Startgebühr

-Komplett gesperrte Rad,- und Laufstrecke

-Insgesamt gut organisiert

→Die Punkte sind natürlich alle mein persönliches Empfinden.

 

Hier noch der Link zur Website des Veranstalters: http://www.tri-ath-lon.de/index.php/toelzer-triathlon

 

Die Startgebühr für die olympische Distanz liegt hier bei einer frühzeitigen Anmeldung (circa Januar/ Februar) bei 39Euro, was ein fairer Preis ist für das was man geboten bekommt.

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