Bayerische Meisterschaft über die Mitteldistanz – Triathlon Ingolstadt

Bayerische Meisterschaft über die Mitteldistanz – Triathlon Ingolstadt

Eine Mitteldistanz, eine Olympische und gleichzeitig eine Sprintdistanz an einem Tag am gleichen Ort nur zeitversetzt austragen? Kein Problem, ist die Devise der Veranstalter des Ingolstadt Triathlons. Meiner Meinung nach braucht es das nicht und die Athleten leiden eher darunter, dass hier versucht wird eine Massenveranstaltung zu inszenieren, als dass sie davon profitieren. Auch sind die Wege, die man dort auf dem Seegelände zurücklegen muss auch nicht außer Acht zu lassen! Heißt hier ist nichts mit schnell mal noch zum Auto zurück, weil man was vergessen hat oder so.

Der Wettkampf dort hat aber natürlich auch einige Vorzüge aufzuweisen, sonst hätte ich mich bei meiner Saisonplanung nicht für ihn entschieden. Bevor ich auf meinen Rennbericht zu sprechen komme, möchte ich auch ganz kurz noch auf die Vorteile eingehen, da diese ja für Euch einen Mehrwert darstellen und ihr so von meinen  Erfahrungen profitieren könnt.

Hier also kurz zusammengefasst die Vorteile des Ingolstadt Triathlons (bezogen auf die Mitteldistanz), nachdem ich die größten Nachteile oben schon erwähnt habe:

+ Die Nähe zu München (eine Anreise ist daher auch am Wettkampftag selbst möglich und so entfallen zusätzliche Übernachtungskosten)

+ geringere Startgebühren (als bei Ironman 70.3 Wettkämpfen vergleichsweise)

+ Der Termin bzw. das Datum (Ende Mai passt vielen gut in den Saisonplan / Vorbereitungsplan; auch ist das Wetter hier meist beständiger)

+ die familiäre Stimmung in Ingolstadt ( trotz der Tatsache, dass hier versucht wird ein Massenevent auf die Beine zu stellen, hat der Ingolstadt Triathlon im Vergleich zu Ironman und Challenge Rennen noch eine gewisse familiäre Atmosphäre)

(+ das Radtrikot im Startunterlagenbeutel ? )

So jetzt aber zu meinem Rennbericht, der auch noch den ein oder anderen Vor,- bzw. Nachteil beinhaltet.

Nachdem ich um 04:20Uhr aufgestanden bin und kurz gefrühstückt hatte, ging es um kurz vor fünf Uhr mit dem Auto Richtung Ingolstadt. Nachdem ich keine Lust hatte am Tag davor hatte noch einmal die Fahrt nach Ingolstadt auf mich zu nehmen, mussten wir so rechtzeitig los, dass ich ohne Stress noch die Startunterlagen abholen konnte und das Rad einchecken bzw. meinen Platz in der Wechselzone noch preparieren konnte. Gesagt getan, nach dem All dies erledigt war ging es noch kurz einmal ins Wasser bevor es dann auch schon über die kleine Brücke in den Startbereich ging. Mit ein paar Minuten Verzögerung fiel um kurz nach acht Uhr der Startschuss für die Mitteldistanz bzw. die erste Startgruppe der Mitteldistanzathleten, in welcher auch ich mich befand. Der Anfang des Schwimmens war wie üblich relativ hart und man hat öfter eins abbekommen, aufgehört hat das Geprügel und Gedränge erst ab der zweiten roten Boje. Von da an bin ich nämlich komplett alleine geschwommen. Die nächste Gruppe vor mir war leider circa 30 Meter entfernt. Wenn man kurzsichtig ist und keine Athleten zur Orientierung direkt vor sich hat, kann sich das Schwimmen auch zusätzlich schwierig gestalten. Kurze Zeit später danach hieß es auch schon wieder raus aus dem Wasser und ab in die Wechselzone. Irgendwie war ich da schon fertig mit dem Rennen und wäre lieber noch eine Runde geschwommen als mich aufs Fahrrad zu setzen. Zum Radfahren kann ich nur sagen, dass aufgrund der Bayerischen Meisterschaft dieses Jahr die Radstrecke nicht viel zu kurz war, wie in den Jahren davor, sondern laut meiner Uhr hatte sie genau 86,5km also sogar 500m mehr als bei der Ausschreibung angegeben. Mehr Höhenmeter hatte der Radpart  dieses Jahr durch die zwei zusätzlichen Verlängerungen der Radstrecke auch noch. Super für mich, wo ich doch Höhenmeter so liebe. Die zwei neu ins Rennen gebrachten Wendepunkte waren halsbrecherisch, da man komplett abbremsen und beim ersten z.B. um eine Pylone fahren musste. Sehr viele Athleten sind hier aus Vorsicht sogar komplett aus ihrem Pedalklicksystem raus. Insgesamt hat sich die Strecke ziemlich gezogen und es war ein Auf- und Ab, selten konnte man in der Ebene richtig in die Pedale drücken. Heilfroh war ich als ich nach 86,5 Kilometern endlich das Rad wegstellen konnte.

Leider wartete jetzt der unangenehmste Part bei diesen hohen Temperaturen auf mich: das Laufen bzw. der Halbmarathon (hier circa 20,5km). Man läuft hier vier Runden à circa 5km. Die erste Runde lief gut und ich sah dem Halbmarathon positiv entgegen. Leider musste ich schon in Runde 2 deutlich an Tempo rausnehmen, da die Temperaturen und das vergessene Runterkühlen beim Radfahren mir deutlich zu schaffen machten. Die letzten drei Runden waren eine Qual, vor allem weil man hier permanent von Athleten der olympischen Distanz überholt wird, was einen zusätzlich demotiviert. Nach circa 5h21min war ich dann endlich im Ziel und überglücklich endlich duschen und aus der Sonne raus zu können. Mit meiner Zeit bin ich Bayerische Vizemeisterin über die Triathlon Mitteldistanz geworden, da der Triathlon Ingolstadt dieses Jahr gleichzeitig die Bayerischen Meisterschaften dargestellt hat. Im Nachhinein bin ich doch zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn ich beim Laufen fast 10min verloren habe durch die Umstände.

 

Was allgemein noch zu sagen ist, ist das ich selber mitbekommen habe wie sehr hier zum Teil gelutscht wird beim Radfahren in diesem Rennen. Unter anderem habe ich auch selbst eine Athletin aus meiner Altersklasse beobachten können, die sich zu großen Teilen im Windschatten der Männer hat mitziehen lassen. So etwas finde ich persönlich sehr schade, denn mit einem fairen Rennen und einer selbst erbrachten Leistung hat das leider wenig zu tun.

Deshalb: Bleibt Fair!

 

Liebe Grüße

Eure Stephanie

Print Friendly, PDF & Email

Leave a Reply

Your email address will not be published.