Rückblick: Ironman Frankfurt European Championship – Deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz 2016:

Rückblick: Ironman Frankfurt European Championship – Deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz 2016:

Am 03.07.2016 stand er wieder an – der längste Tag des Jahres der Ironman Frankfurt 2016; die Deutsche Meisterschaft über die Triathlon Langdistanz. Um sich mit der Umgebung ein wenig vertrauter zu machen, reiste ich mit Maximilian am Donnerstag schon an, was ich jedem Athleten wirklich nur empfehlen kann. Am Samstagnachmittag wurde das Fahrrad eingecheckt und die Wechselbeutel abgegeben und dann ging es zum typischen Nudel-Carbo-Loading am Abend. Die letzten Vorbereitungen, um das reibungslose Gelingen des Wettkampfes zu sichern, wurden getroffen und dann hieß es wenigstens ein wenig zu schlafen versuchen. Gar nicht so leicht vor so einem großen Wettkampf!

Das Schwimmen

Um kurz nach drei Uhr klingelte am Sonntag auch schon der Wecker. Das Rad wurde in der Wechselzone am Langener Waldsee (südlich von Frankfurt) nochmal von mir kurz durchgecheckt und dann ging es an den Schwimmstart. Um 6:30 Uhr fiel der Startschuss für die Profitriathleten wie unter anderem Sebastian Kienle, Andi Böcherer und Daniela Ryf. Um 6:40Uhr ertönte dann die Kanone und die sog. Agegrouper (ca. 3000!) wurden in einem rollenden Start, d.h. alle 10 Sekunden 12 Starter, auf die Strecke geschickt. Geplant hatte ich eine Zeit von einer Stunde und fünf Minuten auf die 3,8Kilometer lange Schwimmstrecke. Beim Schwimmen sollte man sich aber lieber zurücknehmen, damit man leistungsmäßig nicht beim Radfahren direkt danach einbricht. Auf meine gebrauchte Zeit von einer Stunde und drei Minuten bin ich super stolz, da ich mir während des Schwimmens furchtbar langsam vorkam.

Das Radfahren

Aus dem Wasser ging es erst mal raus aus dem Neorpen und dann direkt aufs Rad bei anfänglich sehr niedrigen Temperaturen, da die Sonne sich an diesem Tag erst am späten Nachmittag zeigen wollte. Schon nach den ersten Metern verlor ich aufgrund des schlechten /holprigen Bodenbelags die erste wichtige Trinkflasche und bei km 4 fiel mir zu allem Überfluss auch noch die komplette Fahrradkette heraus und verhakte sich im vorderen Schaltblatt. Mit komplett schwarzen Händen, einer reparierten Kette und einem Zeitverlust von ein paar Minuten ging es dann ein wenig demotiviert wieder aufs Rad und die restlichen 175 Kilometer wurden in Angriff genommen. Beim Ironman Frankfurt fährt man zunächst eine Zubringerstrecke von 20 km vom Langener Waldsee in die Innenstadt von Frankfurt, die restliche Strecke teilt sich in zweimal die gleiche Runde à 80km nördlich von Frankfurt auf.

Der Marathon

Die erste der beiden Runden verlief soweit gut. Nach ein paar noch stärkeren Bodenwellen und einer Kopfsteinpflasterstrecke musste ich leider feststellen, dass mein Aerolenker nicht mehr fest war, was mich natürlich im weiteren Verlauf viel Zeit gekostete und mich psychisch auch sehr fertig machte. In der zweiten Runde kamen zu allem Überfluss auch noch ein starker Wind und auf die letzten 40km Regen hinzu. Nach einer Radzeit von 05h56 min war ich also einfach nur glücklich mein Rad endlich wegstellen und mich voll und ganz auf den Marathon konzentrieren zu können. Nun ging es daran, die mir vorher noch komplett unbekannte Laufstrecke die aus 4 x 10,5km Runden entlang des Mains besteht, kennen zu lernen. Vor allem aber freute ich mich auf meine Familie, die sich am Rande der Laufstrecke verteilt hatte, da das Radfahren doch ziemlich einsam war. Die erste Laufrunde lief richtig gut und ich hatte das Gefühl, dass es diesmal etwas wird mit dem geplanten 4h30 Marathon…Bis zu Runde 4 lief auch wirklich alles besser als erwartet. Ich hatte zwar überhaupt keine Lust mehr auf Alles, bin aber trotzdem immer von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle gelaufen. Meine Highlights waren wirklich die Stellen an denen ich wusste, dass jemand von meiner Familie steht und mich nochmal motiviert, ich wüsste nicht wie der Triathlon ohne sie ausgegangen wäre. Mental war ich einfach nur noch leer und insgesamt komplett erledigt.

Die 4. Runde bzw. ab km 30 konnte ich leider aufgrund meines Knies (Iliotibialband-Probleme) wieder, wie im vergangenen Jahr nicht richtig laufen, was hieß, dass ich humpeln musste und wenn es wieder nicht schmerzte sprintete ich ein Stück, um die Laufzeit nicht ganz zu ruinieren. Super glücklich bin ich jedoch, dass das Knie bis km30 gehalten hat. Folglich war ich natürlich auch überglücklich als ich endlich nach über 12 Stunden Sport auf die Ziellinie abbiegen durfte und das Ganze ein Ende hatte. Erst einige Zeit nach dem Zieleinlauf konnte ich mich darüber freuen bzw. habe ich realisiert, dass ich mit meinem Finsih beim Ironman Frankfurt – der dieses Jahr auch die Deutsche Meisterschaft über die Langdistanz dargestellt hat – Deutsche Meisterin 2016 in der Altersklasse 18-24 geworden bin und das mit 21 Jahren!!

Für Viele stellt sich jetzt wahrscheinlich die Frage: Warum tut Mann/ Frau sich so etwas an? Einfach um mal über sich hinaus zu wachsen, seinen inneren Schweinehund zu überwinden und seine physischen und psychischen Grenzen kennen zu lernen. Vor allem aber mache ich es für das Gefühl direkt nach dem Zieleinlauf, das Gefühl tief im Inneren zu spüren was Glücklich sein bedeutet!

Liebe Grüße

Eure Stephanie

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